Arbeitsphasen der Facharbeit:
- Vorbereitung
- Inhaltliche Bearbeitung
- Formales Erscheinungsbild
- Endredaktion
- Arbeit mit dem PC
1. Vorbereitung
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1.1
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Themensuche und - reflexion; Eingrenzung des Themas auf eine konkrete Fragestellung |
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1.2
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Arbeitsplanung; Zeitplan erstellen; Termine für Recherchen klären etc. |
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1.3
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Materialsammlung anlegen: |
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- aus Bibliotheken, Archiven, Institutionen, Museen, d.h. aus Büchern, Katalogen, CD-Roms, Internet
- durch unmittelbare Recherchen, z.B. Befragungen, Interviews, Gespräche mit Autoren oder Experten
- durch Kombination beider Möglichkeiten
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2. Inhaltliche Bearbeitung
2.1 Arbeitsschritte
| 2.1.1 |
Ordnen und Durcharbeiten des Materials; Quellen und Sekundärliteratur lesen; Textstellen markieren; exzerpieren (vgl. 2.2.1); Quellen systematisch ordnen; Konzept erstellen (vgl. 2.2.2) |
| 2.1.2 |
Entwurf einer groben Gliederung |
| 2.1.3 |
Textentwurf (vgl. 2.2.3) |
| 2.1.4 |
Überarbeitung des Textentwurfes; Gliederung differenzieren (vgl. 2.2.4); Text ausformulieren |
| 2.1.5 |
Quellennachweis; Zitate genau kennzeichnen (vgl. 2.2.5); Fußnoten oder Anmerkungen ergänzen (vgl. 2.2.6); Literaturverzeichnis anlegen (vgl. 2.2.7) |
2.2 Erläuterungen zu den Arbeitsschritten
2.2.1 Exzerpt
Exzerpte sind kurze Textübernahmen. Sie sollten mit einem Stichwort versehen werden und die genaue Angabe der Quelle enthalten (Verfasser, Titel, Erscheinungsort und -jahr, Seitenzahl). Es kann auch stichwortartig skizziert werden, in welchem Gedankengang oder Kontext sich die auffällige und evtl. ganz oder teilweise zitierbare Textstelle findet. Es empfiehlt sich, solche Beispiele unter Stichworten übersichtlich zu notieren. Hierzu lässt sich das Karteikarten-Verfahren (wichtig: nur ein Stichwort pro Karte) verwenden.
2.2.2 Konzept
Konzipieren heißt die zentrale Fragestellung und Gedankenrichtung zu bestimmen, die als roter 'Faden' die ganze Arbeit durchzieht. Die Einfälle dafür kann man nicht planmäßig produzieren, sie kommen durchweg ungerufen und man tut gut daran, sie augenblicklich festzuhalten. Je häufiger und intensiver man sich mit seinem Thema beschäftigt, desto größer ist die Chance, dass es sich in einem günstigen Moment zu einem plausiblen DarsteIlungsmuster organisieren lässt.
2.2.3 Text
Erst wenn ein Konzept da ist, kann man sich an die Gliederung machen. Deren klassische Bestandteile sind Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Die Einleitung benennt und verdeutlicht die Problemstellung, beschreibt die Quellen- und Literaturgrundlage, skizziert die angewendete Untersuchungsmethode, erläutert, wie das Thema abgegrenzt, was behandelt und was beiseite gelassen wird, und gibt ggf. einen Überblick über den folgenden Gedankengang. (Auch die persönliche Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen, kann in der Einleitung formuliert werden.) Der Hauptteil entfaltet das Thema, breitet das Material aus, kommentiert und ordnet es ein, formuliert Aussagen und Befunde, stellt Kontroversen dar und nimmt dazu Stellung, nennt Fragen, die offen bleiben müssen. Der Schluss enthält eine konzentrierte Bilanz der Untersuchungsergebnisse, wenn möglich in neuer, bislang noch nicht vorgenommener Akzentuierung.
Während der Bearbeitung sollten die folgenden Fragen beachtet werden:
Zum Inhalt
- Ist die Arbeit themengerecht und logisch gegliedert?
- Werden Thesen sorgfältig begründet, sind die einzelnen Schritte schlüssig aufeinander bezogen?
- Ist die Gesamtdarstellung in sich stringent?
- Ist ein durchgängiger Themenbezug gegeben?
Zur wissenschaftlichen Arbeitsweise
- Habe ich Fachbegriffe klar definiert und eindeutig verwendet?
- Sind Quellen in angemessenem Umfang genutzt?
- Wie bin ich mit Sekundärliteratur umgegangen (nur zitierend oder auch kritisch)?
- Habe ich gewissenhaft unterschieden zwischen Faktendarstellung, Wiedergabe der Positionen anderer und Darlegung der eigenen Meinung?
- Wird das Bemühen um Sachlichkeit und wissenschaftliche Distanz deutlich (auch in der Sprache)?
Zum Ergebnis der Arbeit
- Wie ist das Verhältnis von Fragestellung, Material und Ergebnissen zueinander?
- Wie reichhaltig ist die Arbeit gedanklich?
- Komme ich zu vertieften, abstrahierenden, selbstständigen und kritischen Einsichten?
2.2.4 Gliederung
Die äußere Gliederung des Textes erfolgt nach Abschnitten (fortlaufend nummeriert); vgl. dazu die Gliederungsform der vorliegenden "Hinweise zur Erstellung einer Facharbeit".
2.2.5 Belege
Die Ausführungen müssen erkennen lassen, wo fremde Meinungen übernommen werden. Dies geschieht durch wörtliche Zitate (vgl. 2.2.5.1) oder sinngemäße Wiedergaben (vgl. 2.2.5.2). In beiden Fällen muss die Herkunft dieser Entlehnungen aus Gründen der Nachprüfbarkeit durch Fuß- bzw. Endnoten angegeben werden (vgl. 2.2.6). Dieses Verfahren ist bei wissenschaftlichen Arbeiten unumgänglich und Verstöße dagegen gelten als Diebstahl geistigen Eigentums.
Allgemein bekanntes oder leicht nachlesbares Wissen bedarf keines eigenen Nachweises (z.B. Lebensdaten bekannter Personen, historische Tatsachen, naturwissenschaftliche Gesetze u.ä.).
2.2.5.1 Wörtliche Zitate
Sie sollten dort verwendet werden, wo der genaue Wortlaut wirklich unentbehrlich ist, sonst genügt die sinngemäße Wiedergabe.
Zitate dienen bei Textanalysen z. B. als Nachweis, dass bestimmte Deutungen durch Aussagen der Textvorlage belegt sind.
Zitate müssen genau sein, sie dürfen in ihrem Wortlaut nicht verändert werden. Kürzungen sind durch drei Punkte in eckigen Klammem zu kennzeichnen [ ... ].
Notwendige Erläuterungen können in eckiger Klammer zugefügt werden. Auch hierbei dürfen Zitate nicht verfälscht werden. Ist z. B. von "ihm" die Rede, so kann [dem Autor] hinzugefügt werden, damit der Leser weiß, wer gemeint ist.
Zitate müssen an ihrer neuen Stelle richtig in den Zusammenhang des Textes eingebaut werden; ihr Sinn darf nicht geändert werden.
Zitate sollten nicht zu umfangreich, sie müssen jedoch so vollständig sein, dass sie verständlich sind. Bei Interpretationsaufgaben sollten sie sinnvoll verwendet werden, d. h. nur dann, wenn sie etwas belegen/beweisen; sie dürfen die eigene Auslegung und Auseinandersetzung mit dem Text nicht ersetzen.
Beim Zitieren ist die Zeichensetzung zu beachten:
| - |
Wörtlich zitierte Sätze stehen in doppelten Anführungszeichen, enthält der zitierte Text selbst schon Anführungszeichen, werden diese als einfache Anführungszeichen übernommen.
|
| - |
Soll in einen Satz eine zitierte Stelle eingebaut werden und das Zitat am Ende stehen, dann folgt das Satzschlusszeichen nach dem Zitatzeichen und nach der Klammer mit der Zeilen- oder Quellengabe. |
Beispiele:
Borcherts Stil wirkt nüchtern und schmucklos, passend zu dem Geschehenen: "Es war halb drei. Sie überlegte, warum sie aufgewacht war. Ach so! In der Küche hatte jemand gegen einen Stuhl gestoßen". (Borchert, 1964, S. 20, Z. 1-3). Mehrere Male lässt Borchert den Mann voller Verlegenheit "Da dachte ich, hier wäre was. " stammeln. Die alte Frau kann nicht ertragen, "dass er [ihr dreiundsechzigjähriger Ehemann] log" ( Borchert, 1964, S. 21, Z. 19).
Im letzten Satz könnte die Formulierung "unter die Lampe" ( Borchert, 1964, S. 22, Z. 15) symbolisch auf eine positive Entwicklung in der Zukunft hinweisen.
2.2.5.2 Sinngemäße Wiedergabe/ indirekte Zitate
Neben dem wörtlichen Zitieren gibt es auch die Möglichkeit, durch eine Paraphrase indirekt auf eine Textstelle zu verweisen. Wenn dabei direkte, wörtliche Rede wiedergegeben wird, so geschieht dies in Form der indirekten Rede, wobei in der Regel der Konjunktiv I benutzt wird.
Beispiel: Die alte Frau versucht ihrem Mann zu Hilfe zu kommen, indem sie ihm zustimmt, die Geräusche seien wohl von draußen gekommen (vgl. Borchert, 1964, S. 21, Zeile 10).
Bei der sinngemäßen Textwiedergabe ist ein anschließendes Zitat gleichen Inhalts überflüssig.
2.2.6 Fußnote, Anmerkung
Zitate müssen überprüfbar sein. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, in leserfreundlicher Weise die Quellen für ein Zitat anzugeben:
Die abgekürzte Quellenangabe wird in Klammern im Anschluss an das Zitat gesetzt (Borchert, 1994, S. 304-306/ bei Internet: Etzel, Internet 1998). Dann muss im Quellenverzeichnis am Schluss der Arbeit die vollständige Quelle angegeben werden.
Im Anschluss an die zitierte Quelle wird durch eine hochgestellte Ziffer auf eine Fußnote am unteren Rand der Seite verwiesen, wo jeweils die Quelle angegeben ist.
Wenn man mehrmals aus einer Quelle zitiert, kann man diese auch so kennzeichnen:
| - |
bei derselben Seite und direkt hintereinander mit "ebd." (= ebenda) |
| - |
bei demselben Buch, aber anderer Seite mit "a.a.O." (am angegebenen Ort) |
In die Fußnote sollen auch Anmerkungen, d.h. Hinzufügungen, aufgenommen werden, die nicht zum unmittelbaren Gedankengang der Arbeit gehören.
2.2.7 Literaturverzeichnis
Die herangezogene Literatur muss im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt sein.
Auch hier gelten klare Vorschriften:
- Name des Verfassers, Vorname; danach Komma
- Buchtitel (ggf. mit Untertitel) ; danach Komma
- Auflage; danach Komma
- Band; danach Komma
- Erscheinungsort; danach Komma
- Erscheinungsjahr
Beispiel: Zu Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte "Das Brot" heißt die vollständige Quellenangabe: Borchert, Wolfgang, Das Gesamtwerk, Hamburg, 1949, S. 304-306
Bei Beiträgen aus Sammelbänden oder Zeitschriften gilt die folgende Regelung:
- Name des Verfassers, Vorname; danach Komma
- Aufsatztitel; danach Komma
- in: Name des Herausgebers ( Hg.); danach Komma
- Titel des Werkes; danach Komma
- Erscheinungsort; danach Komma
- Erscheinungsjahr
Beispiel: Politzer, Heinz, Eine Parabel Franz Kafkas, in: Jost Schillemeit (Hg.), Interpretationen, Deutsche Erzählungen von Wieland bis Kafka, Frankfurt, 1966
Bei Beiträgen aus dem Internet gilt folgende Regelung:
- Verfasser mit Vorname; danach Komma
- Titel des Beitrags in Anführungszeichen; danach Komma
- Titel des Gesamtwerkes bzw. der Website; danach Komma
- Datum der Veröffentlichung bzw. letzte Aktualisierung; danach Komma
- URL in spitzer Klammer
- Datum, an dem das Dokument im www besucht wurde
Beispiel: Etzel, Stefan, "Sprachursprung", Sprachursprungs-Homepage, Stand: 15.7.1998, Abfrage: am 10.1.2000
Beispiel für ein Literaturverzeichnis:
Knobloch, Jörg, Referate halten lernen, Lichtenau, 1998
Meyer, Meinert A., Lernmethoden. Wege zur Selbstständigkeit, Seelze, 1997 (Jahresheft 1997)
Poenicke, Klaus, Die schriftliche Arbeit. Materialsammlung und Manuskriptgestaltung für Fach-, Seminar- und Abschlussarbeiten an Schule und Universität, 2. Auflage, Mannheim, 1989
Schardt, Friedel u. Bettina Schardt, Referat und Facharbeit, Hannover, 1991 Stückradt, Jörn, Der verborgene "böse Wolf". Anregungen zum Lesen und Schreiben von Sachtexten. Bericht aus einem Kurs "Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten", in: Diskussion Deutsch 134 (1993), S. 451-457
Theisen, Manuel Rene, ABC des wissenschaftlichen Arbeitens, 2. Auflage, München, 1995
3. Formales Erscheinungsbild
3.1 Umfang: bis zu maximal 12 DIN A4 Seiten (Anhang ausgenommen)
3.2 Anordnung
- Deckblatt mit Thema, Name
- Inhaltsverzeichnis
- Textteil (maximal 6-8 DIN A4 Seiten)
- Anhang mit Dokumentation und Literaturverzeichnis
3.3 Nummerierung
- Das Titelblatt zählt als Seite 1, es wird nicht nummeriert. Das Inhaltsverzeichnis zählt als Seite 2, es wird nicht nummeriert. Die folgenden Textseiten werden mit -3- beginnend jeweils oben in der Mitte nummeriert.
- Dem fortlaufenden Text beigeheftete Materialien (Tabellen, Skizzen, Illustrationen usw.) werden in die Seitenzählung einbezogen. Dasselbe gilt ggf. für einen Anhang.
- Die vorletzte nummerierte Seite enthält das Verzeichnis der verwendeten Literatur bzw. anderer benutzter Hilfsmittel (z. B. Tonträger, Bildmaterial).
- Als letzte nummerierte Seite folgt die vom Schüler unterschriebene Erklärung.
3.4 Lay-out
- Format: DIN A4, einseitig beschrieben
- Schrift: mit dem PC (keine Handschrift), Schriftgröße 12
- Zeilenabstand: 1,5-zeilig
- linker Randabstand (Heftrand): ca. 2 cm
- rechter Randabstand: ca. 4 cm
- oberer und unterer Randabstand: ca. 2.5 cm
- Heftung: Klemmordner
- Verfasser und Thema müssen auf der Vorderseite des Hefters stehen (außer bei Klarsichtdeckel).
3.4 Erklärung (seperate Seite)
Ich erkläre hiermit, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die im Literaturverzeichnis aufgeführten Quellen und Hilfsmittel benützt habe.
Ort und Datum, Unterschrift
4 Endredaktion
Bei der Endredaktion sind folgende Fragen zu beachten:
- Ist die Arbeit vollständig?
- Sind die Zitate exakt wiedergegeben, mit genauer Quellenangabe?
- Ist ein vollständiges Literaturverzeichnis vorhanden mit Angaben zur in der Arbeit benutzten Primär- und Sekundärliteratur?
- Wie steht es mit dem sprachlichen Ausdruck (Satzbau, Wortwahl) und der sprachlichen Richtigkeit (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik)?
- Wie ist der äußere Eindruck, das Schriftbild? Sind die formalen Vereinbarungen eingehalten (Einband, Seitenangaben, Randabstände, gliedernde Abschnitte und Überschriften)?
Die Facharbeit muss mit Diskette/CD (Ordner (Ordnername = Name, Vorname) enthält Datei im rtf- Format, ersatzweise doc-Format) abgegeben werden!
5 Arbeit mit dem PC
Der "Absturz" des PC ist kein Grund, die Arbeit verspätet abzugeben! Auf einige kritische Punkte soll vorab hingewiesen werden:
- Die abschließende Korrektur sollte nicht am Bildschirm, sondern am ausgedruckten Text vorgenommen werden.
- Da der "elektronische Text" durch Bedienungsfehler oder Stromausfall verloren gehen kann, ist kurzfristiges, mehrfaches Abspeichern der Texte auf zwei verschiedenen Datenträgern notwendig, wobei alte Textfassungen nicht gelöscht, aber deutlich als solche gekennzeichnet werden sollten.
- Fehlbedienungen oder technische Störungen des Geräts (z.B. ein defekter Drucker) können den Zeitaufwand (gerade vor dem Abgabetermin) deutlich erhöhen. Dies muss sicherheitshalber bei der Zeitplanung mit eingerechnet werden.
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